Werbung in ChatGPT: Was am 24. August in Deutschland startet
Ab Montag laufen Anzeigen in ChatGPT, auch in Deutschland. Wie Werbetreibende an den Zugang kommen, was der Anzeigenmanager kann und warum es bei Google anders liegt.
Stand: 21. August 2026 · Kategorie: News
Ab Montag, dem 24. August, sehen ChatGPT-Nutzer in Deutschland Werbung. Werbetreibende erhalten den Zugang zunächst über OpenAI selbst sowie über Agentur- und Technologiepartner. Den Self-Service im Anzeigenmanager kündigt OpenAI für später an, wobei die deutsche und die englische Fassung der Ankündigung unterschiedliche Zeiträume nennen.
Deutschland lässt sich im Anzeigenmanager bereits bei der Kontoeinrichtung auswählen, samt Euro und Berliner Zeitzone. Ob ein deutsches Konto danach freigeschaltet wird, haben wir nicht geprüft.
Bei Google sieht es anders aus. Anzeigen innerhalb von KI-Übersichten sind in Deutschland nicht verfügbar.
Was OpenAI angekündigt hat
| Ankündigung | 18. August 2026 |
| Start der Auslieferung | 24. August 2026 |
| Märkte | 31 europäische, darunter Deutschland, Österreich, Schweiz |
| Wer Werbung sieht | Tarife Free und Go |
| Wer keine sieht | Plus, Pro, Business, Enterprise, Edu sowie Konten von Personen unter 18 |
Auch in „Temporary Chats“ erscheint keine Werbung.
Der Weg zum Werbekonto führt über eine Prüfung
OpenAI führt eine Übersicht, welche Länder den Anzeigenmanager nutzen können. Stand 21. August führt sie Deutschland als „Coming Soon“. Verfügbar sind neun Länder, davon acht außerhalb Europas und als einziges europäisches das Vereinigte Königreich.
Die Kontoeinrichtung lässt sich trotzdem öffnen. Wer auf ads.openai.com auf „Jetzt starten“ klickt, meldet sich mit einem bestehenden ChatGPT-Konto an und kommt zu diesem Formular:

Deutschland ist dort auswählbar, mit Euro und deutscher Zeitzone. Das ist allerdings erst der Antrag. OpenAI schreibt zum weiteren Ablauf:
Unser Team wird dein Konto prüfen und die Kontaktperson, die das Konto erstellt hat, per E-Mail benachrichtigen, sobald der vollständige Plattformzugang freigeschaltet ist. Da uns sehr viele Anträge vorliegen, die nacheinander geprüft werden, kann die Kontoverifizierung einige Zeit in Anspruch nehmen.
Kontoantrag und Plattformzugang sind also zwei verschiedene Dinge. Wir haben nur den ersten Schritt geöffnet und dort aufgehört.
⚠️ Was der Warnhinweis im Formular nicht ausbuchstabiert: Land, Abrechnungswährung und Zeitzone lassen sich nach dem Erstellen nicht mehr ändern. Das steht so in OpenAIs Hilfe. Der Warnhinweis im Formular steht darüber hinaus über dem ganzen Block, also auch über dem Typ des Werbetreibenden und der Agenturfrage. Wer etwas davon falsch setzt, braucht ein neues Konto.
Der Funktionsstand, und was davon in Deutschland gilt
⚠️ Wichtige Einschränkung vorweg: Die folgenden Angaben stammen aus der Dokumentation des Anzeigenmanagers, wie er in den bereits freigeschalteten Märkten läuft. Welche Funktionen zum Deutschlandstart gelten, sagt OpenAI nicht für jede einzeln.
Wie die Anzeigen aussehen
Aus OpenAIs Hilfecenter: Anzeigen erscheinen unter den Antworten. Jede Anzeige enthält
- Name des werbenden Unternehmens
- Favicon
- Titel
- Anzeigentext
- Landingpage
- Bildmaterial
Titel, Text, Zielseite und Absender kennt man aus der Google-Suche.
Es gibt keine Keywords
Das ist eine große Umstellung, wenn man Suchmaschinenwerbung gewohnt ist. OpenAI schreibt:
Auf Anzeigengruppenebene können Werbetreibende Kontexthinweise bereitstellen, die Unterhaltungen, Themen oder Keywords beschreiben, bei denen ihre Produkte oder Services relevant sein könnten. Diese Hinweise unterstützen das Anzeigen-Matching. Sie sind jedoch keine Exact-Match-Keywords und garantieren keine Auslieferung in bestimmten Unterhaltungen.
Ausgewählt wird nach dem Kontext der laufenden Unterhaltung.
⛔ Für Deutschland gilt eine Besonderheit. OpenAI schreibt in seiner Nutzerhilfe: „Personalized ads are not initially available in the European Economic Area (EEA) or Switzerland.“ Personalisierte Anzeigen und die zugehörigen Einstellungen für Nutzer stehen im EWR zunächst also nicht bereit. Was hier ankommt, ist die Auswahl nach dem laufenden Gespräch, nicht nach früheren Chats.
Preise
Zwei Abrechnungsmodelle sind dokumentiert: CPM für das Ziel „Reichweite“, CPC für das Ziel „Klicks“. Die Ankündigung vom 18. August beschreibt darüber hinaus Funktionen, die OpenAI bereits ergänzt hat: conversion-optimierte Gebote, Geo-Targeting und eigene Zielgruppen. Sie stehen dort als vorhanden, nicht als Ausblick. Ob jede davon zum Deutschlandstart nutzbar ist, sagt die Ankündigung nicht.
Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI zum Start 3 bis 5 US-Dollar je Klick. Diese Empfehlung steht in einer Dokumentation für Länder, in denen das Produkt bereits läuft.
Messung
Impressionen, Klicks, Ausgaben, Klickrate, durchschnittlicher CPC und CPM sowie Conversions. Eine eigene Conversion-Messung lässt sich einrichten, und UTM-Parameter bleiben beim Klick erhalten. Sie tauchen also in bestehenden Analysewerkzeugen auf.
Die Ankündigung nennt zusätzlich ein OpenAI‑Pixel, eine Conversions API und Anbindungen an Messwerkzeuge Dritter. Wer Google-Ads-Tracking betreibt, kennt beide Bausteine unter anderem Namen.
Bei Google: in Deutschland nicht verfügbar
Google unterscheidet zwei Dinge, die in Meldungen oft zusammenfallen.
| in Deutschland | |
|---|---|
| Anzeigen ober- und unterhalb der KI-Übersicht | verfügbar. Laut Google-Hilfe in über 200 Ländern und Gebieten: Text-, Shopping-, lokale und App-Anzeigen aus bestehenden Kampagnen |
| Anzeigen innerhalb der KI-Übersicht | nicht verfügbar |
Aus der Google-Ads-Hilfe, wörtlich:
Anzeigen in Übersichten mit KI sind derzeit auf Mobilgeräten und Computern in den folgenden Ländern auf Englisch verfügbar: Australien, Kanada, Indien, Indonesien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Singapur und USA.
Zwölf Länder, und die Auslieferung erfolgt dort auf Englisch. Ein Datum für weitere Märkte nennt Google nicht.
Für diese Platzierung gibt es keine eigene Steuerung:
| Frage | Googles Antwort |
|---|---|
| Gezielt auf diese Platzierung ausrichten? | Nein |
| Auslieferung deaktivieren? | Nein, das ist nicht möglich |
| Nach Platzierung segmentierte Berichte? | Nein, „derzeit keine segmentierten Berichte“ |
Die Anzeigen kommen aus bestehenden Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen. Wer dort etwas ändern will, ändert es an der Kampagne, nicht an der Platzierung.
Für wen sich das lohnt
OpenAIs eigenes Beispiel zeigt die Zielrichtung. Jemand fragt nach Materialien für einen Gartenzaun, darunter erscheint eine Anzeige für ein Sichtschutzelement. Das ist Produktkauf mit Vergleichsphase, genau die Absicht, die OpenAI beschreibt: „Optionen erkunden, Alternativen vergleichen, Entscheidungen treffen.“
Bei beratungsintensiven Dienstleistungen dürfte es anders liegen. Wer ChatGPT nach einem Fachthema fragt, will es meist selbst verstehen. Er bekommt eine Antwort und keine Liste von Anbietern. Eine Anzeige unter einer bereits gegebenen Antwort trifft auf jemanden, dessen Frage schon beantwortet ist.
Belegt ist das nicht. Es ist eine Einschätzung aus der Struktur des Produkts, keine Messung. Wer es wissen will, muss es ausprobieren, und zwar mit einem kleinen Budget.
Was offen bleibt
Der Preis. OpenAI nennt 3 bis 5 Dollar als Startgebot für andere Märkte. Uns lagen am 21. August keine öffentlich belegten deutschen Erfahrungswerte vor. Wer zu den Ersten gehört, zahlt für die erste Messung.
Wenn Menschen ihre Fragen zunehmend einem Chat stellen statt einer Suchmaschine, verschiebt sich nicht nur der Werbeplatz. Es verschiebt sich, an welcher Stelle im Entscheidungsweg überhaupt noch jemand nach einem Anbieter sucht.
Stand und Quellen
Stand: 21. August 2026.
- OpenAI, Ankündigung vom 18.08.2026: ChatGPT Ads expands across Europe
- OpenAI Help Center, Ads Manager Availability (Länderliste)
- OpenAI Help Center, Anzeigen in ChatGPT: die Grundlagen (Format, Preise, Messung)
- OpenAI Help Center, Ads in ChatGPT (Nutzerseite, Personalisierung)
- OpenAI Help Center, Einrichtung des Ads Manager Beta-Kontos (Prüfprozess)
- OpenAI Anzeigenmanager Beta, eigene Einrichtung bis zur Länderauswahl
- Google Ads-Hilfe, Artikel 16297775, Anzeigen und Übersichten mit KI
Die deutsche und die englische Fassung der Ankündigung nennen für den Self-Service unterschiedliche Zeitangaben. Wir schreiben deshalb „später, ohne genaues Datum“.
Die Länderlisten ändern sich. Der hier beschriebene Stand ist der vom 21. August 2026.
