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Google AI Max ab 1. September: Welche Suchkampagnen Google umstellt

Zwei Einstellungen entscheiden, ob Google Ihre Kampagne am 1. September umstellt. Beide finden Sie in wenigen Klicks.

Stand: 10. August 2026 · Kategorie: News

Google hat am 5. August E-Mails an Werbetreibende verschickt. Darin steht, dass der Rollout ab dem 1. September beginnt: Bestimmte Suchkampagnen werden dann automatisch auf Google AI Max umgestellt. Ohne Zutun, ohne Zustimmung.

Für die betroffenen Kampagnen heißt das: Google ergänzt Ihre vorhandenen Keywords um zusätzliche Signale und kann Ihre Anzeigen damit bei Suchanfragen ausliefern, die Ihre Keywords bisher nicht erfasst haben. Jeder Klick darauf kostet Sie Ihren Klickpreis. Bei kleinen Budgets fällt das schnell auf.

Betroffen ist allerdings nicht jedes Konto. Es sind genau zwei Einstellungen, die das auslösen. Ob eine davon bei Ihnen aktiv ist, sehen Sie mit wenigen Klicks je Kampagne.

Welche Kampagnen es trifft

Eine Suchkampagne wird umgestellt, wenn eine von zwei Einstellungen aktiv ist:

1. Textanpassung (bis vor kurzem „Automatisch erstellte Assets“ genannt). Google schreibt dann Anzeigentitel und Beschreibungen selbst dazu, auf Grundlage Ihrer Website.

2. Die Kampagneneinstellung „Weitgehend passende Keywords“. Das ist ein Schalter auf Kampagnenebene, nicht die Einstellung einzelner Keywords. Wer ihn setzt, stellt sämtliche vorhandenen Keywords auf weitgehend passend um; neu angelegte werden ebenfalls so eingerichtet. Google bietet ihn nur bei Gebotsstrategien an, die auf Conversions optimieren: „Conversions maximieren“ und „Conversion-Wert maximieren“.

⚠️ Die Zeile ist trotzdem auch bei „Klicks maximieren“ sichtbar, dann mit dem Status „Deaktiviert“. Verlassen Sie sich also nicht auf Ihre Gebotsstrategie als Entwarnung, sondern sehen Sie nach, was in der Zeile steht.

⚠️ Der zweite Punkt wird oft falsch wiedergegeben. Einzelne weitgehend passende Keywords sind etwas anderes als diese Kampagneneinstellung. Wer ein paar Broad-Keywords im Konto hat, ist davon nicht betroffen.

Wer beides aus hat, für den ändert sich nichts.

⚠️ Ihre Prüfung gilt für heute, nicht für den 1. September. Bis dahin sind es noch drei Wochen. Wenn in dieser Zeit jemand eine der beiden Einstellungen einschaltet oder Sie eine pausierte Kampagne wieder starten, gilt Ihre Entwarnung nicht mehr. Sehen Sie Ende August noch einmal nach.

Was nach der Umstellung anders ist

Das hängt davon ab, welche der beiden Einstellungen aktiv war:

War aktivDanach eingeschaltet
TextanpassungÜbereinstimmende Suchbegriffe und Textanpassung
Kampagneneinstellung „Weitgehend passende Keywords“nur Übereinstimmende Suchbegriffe

„Übereinstimmende Suchbegriffe“ heißt: Google ergänzt Ihre Keywords um weitere Signale aus den Keywords selbst, Ihren Anzeigentexten und Ihrer Zielseite. Ihre Anzeigen können bei Suchanfragen erscheinen, die bisher von keinem Ihrer Keywords erfasst wurden. Das ist der eigentliche Eingriff.

Zu angepinnten Anzeigentexten: Wer bestimmte Formulierungen an eine feste Position gebunden hat, etwa aus rechtlichen Gründen, verliert sie durch diese beiden Umstellungswege nicht. Entscheidend dafür ist aber eine dritte Einstellung, die hier gar nicht mitkommt: die Erweiterung der finalen URL. Ist die aktiv und Google wählt eine andere Zielseite als die hinterlegte, werden angepinnte Texte übergangen. Prüfen Sie sie mit, wenn Sie auf feste Formulierungen angewiesen sind.

Wo Sie nachsehen: je Suchkampagne, mit wenigen Klicks

⚠️ Die Prüfung gilt pro Kampagne, nicht einmal fürs ganze Konto. Bei zwei, drei Kampagnen ist das schnell erledigt; bei zwanzig dauert es entsprechend länger. Sehen Sie auch bei pausierten Suchkampagnen nach, wenn Sie sie später wieder starten wollen.

So kommen Sie hin: Kampagnen → Einstellungen → Ihre Kampagne anklicken. Scrollen Sie dann nach unten bis zum Abschnitt „Weitere Einstellungen“ und klappen Sie ihn auf. Dort stehen beide Zeilen untereinander:

Zeile in „Weitere Einstellungen“Unauffällig, wenn dort steht
Automatisch erstellte Assets„Deaktiviert: Nur Assets verwenden, die ich für meine Anzeigen zur Verfügung stelle“
Weitgehend passende Keywords„Deaktiviert: Keyword-Optionen verwenden“

Steht bei einer der beiden etwas anderes, ist die Funktion aktiv, und die Kampagne wird umgestellt.

Nicht verwechseln: „Automatisch erstellte Assets“ gibt es auch auf Kontoebene. Das sind automatische Sitelinks und Ähnliches. Die sind hier nicht gemeint und lösen nichts aus. Gesucht ist die Zeile in den Kampagneneinstellungen.

Dieselbe Sache steht zweimal auf der Seite, unter zwei Namen

Etwas weiter oben finden Sie einen Kasten „AI Max für Suchkampagnen“ mit dem Schalter „Kampagne mit AI Max optimieren“ und darunter eine Zeile „Asset-Optimierung“. Wer den zuerst sieht, hält ihn leicht für den Ort, an dem alles steht.

Google hat die Einstellung nämlich verschoben und umbenannt. Klappt man „Automatisch erstellte Assets“ auf, steht der Hinweis dort wörtlich:

„Automatisch erstellte Assets wurden für alle neuen Suchkampagnen in AI Max verschoben und in Textanpassung umbenannt.“

Alter Name, in „Weitere Einstellungen“Neuer Name, im AI-Max-Kasten
Automatisch erstellte AssetsAsset-Optimierung → Textanpassung
Weitgehend passende Keywordsin AI Max eingebunden

⚠️ In welchem der beiden Bereiche Sie nachsehen müssen, hängt vom Alter Ihrer Kampagne ab. Bei älteren Kampagnen stehen die Zeilen weiterhin in „Weitere Einstellungen“. Dann gilt die Tabelle oben. Bei neu angelegten Kampagnen kann die alte Zeile fehlen; dann klappen Sie im AI-Max-Kasten „Asset-Optimierung“ auf und sehen dort nach der Textanpassung. Ab welchem Anlagedatum das greift, weiß ich nicht: Google nennt keine Grenze.

Der AI-Max-Schalter selbst beantwortet die Frage nicht. Er kann aus sein, während die Textanpassung an ist, und genau diese Kombination führt am 1. September zur Umstellung.

Google kündigt außerdem ein Hinweisbanner für betroffene Kampagnen an. Wenn Sie es sehen, ist die Sache klar. Sehen Sie keins, prüfen Sie trotzdem selbst. Solche Banner werden gestaffelt ausgerollt.

Findet sich beides nicht, sind Sie für den 1. September nicht betroffen. Falls Sie Dynamische Suchanzeigen einsetzen, lesen Sie noch den letzten Abschnitt. Für die gilt ein anderer Termin.

Bei vielen Kampagnen: die Antwort in einer Abfrage

Der Weg oben führt durch jede Kampagne einzeln. Bei zwanzig oder dreißig ist das ein halber Vormittag. Wer die Google-Ads-API nutzt oder jemanden hat, der sie nutzt, bekommt dieselbe Auskunft in einer Abfrage:

SELECT campaign.name, campaign.status,
       campaign.keyword_match_type,
       campaign.ai_max_setting.enable_ai_max,
       campaign.asset_automation_settings
FROM campaign
WHERE campaign.advertising_channel_type = 'SEARCH'
  AND campaign.status != 'REMOVED'

Zwei Zeilen der Antwort entscheiden. Bei asset_automation_settings steht für die automatisch erstellten Assets entweder OPTED_OUT oder OPTED_IN. „OPTED_OUT“ ist der unauffällige Wert. Und keyword_match_type zeigt, ob auf Kampagnenebene weitgehend passende Keywords eingestellt sind; steht dort „UNSPECIFIED“, ist die Einstellung nicht gesetzt.

⚠️ Der Feldname für AI Max selbst führt in die Irre. enable_ai_max beantwortet nur, ob Google AI Max schon läuft, nicht ob die Kampagne am 1. September umgestellt wird. Genau wie der Schalter in der Oberfläche. Maßgeblich sind die beiden anderen Zeilen.

Drei Wege, wenn Sie betroffen sind

Die Altfunktion vor dem 1. September abschalten. Dann greift die Umstellung nicht. Dafür verlieren Sie, was die Funktion vorher geleistet hat. Bei der Textanpassung sind das zusätzliche Anzeigentitel, die funktionieren können.

AI Max selbst einschalten, kontrolliert. Sie bestimmen Zeitpunkt und Einstellungen, statt sie zugewiesen zu bekommen. Google beschreibt diesen Weg in seiner Hilfe.

⚠️ Hier steckt eine Falle, die man kennen muss: Wer AI Max von Hand aktiviert, schaltet zunächst drei Funktionen ein: übereinstimmende Suchbegriffe, Textanpassung und die Erweiterung der finalen URL. Die automatische Umstellung am 1. September ist enger: Sie übernimmt nur, was zur jeweiligen Altfunktion gehört. Wer also der Umstellung zuvorkommen will und dabei nicht aufpasst, aktiviert mehr als das, wovor er sich schützen wollte. Nach dem Einschalten deshalb einzeln nachsehen und abwählen, was nicht gewollt ist.

Die Umstellung annehmen und danach nachsteuern.

⚠️ Beim dritten Weg lohnt ein Blick auf die Reihenfolge: „Übereinstimmende Suchbegriffe“ wird je Anzeigengruppe gesteuert, und abschalten lässt es sich erst nach der Umstellung. Wer zwölf Anzeigengruppen hat, klickt zwölfmal. AI Max als Ganzes können Sie dagegen auf Kampagnenebene wieder ausschalten, nur eben nicht die erweiterte Zuordnung allein.

Erst ungefragt einschalten, dann einzeln abwählen lassen: Wer sein Konto bewusst schmal hält, hat das meist aus einem Grund getan, und der wird hier nicht abgefragt.

Was ich nicht empfehle

In Panik alles abzuschalten. Prüfen Sie erst, ob Sie überhaupt betroffen sind. Bei meiner Prüfung am 9. August war in den beiden Konten, die ich bewirtschafte, keine betroffene Kampagne aktiv. Das ist eine Momentaufnahme von zwei Konten und sagt nichts über die Verbreitung. Es zeigt nur: Die Meldung betrifft nicht jeden.

Die Umstellung als Katastrophe zu behandeln. Breitere Zuordnung von Suchanfragen ist nicht per se schlecht; sie kann Anfragen erschließen, die Ihre Keywords bisher nicht erfasst haben. Die Budgethöhe allein entscheidet dabei wenig. Was einen verantwortbaren Versuch trägt: richtig eingerichtete Conversions, genug davon, gepflegte Ausschlüsse, ein vorher festgelegtes Kostenziel je Anfrage. Und jemand, der hinsieht. ⚠️ Google selbst weist darauf hin, dass AI Max bei budgetbeschränkten Kampagnen nicht wirksam arbeitet. Bei kleinen Budgets fällt zusätzlich jeder unpassende Klick stärker ins Gewicht.

Wie eine belastbare Messung dafür aussieht, steht in Conversion-Tracking bei Google Ads: Warum Ihre Zahlen die Grundlage für alles sind.

Sich auf Zahlen aus der Fachpresse zu verlassen. Zu AI Max kursieren Testergebnisse mit eindrucksvollen Prozentwerten. Ich habe sie mir angesehen und lasse sie hier weg: Eine oft zitierte stammt aus einem einzelnen LinkedIn-Beitrag ohne offengelegte Methodik, eine andere aus einer Auswertung von Onlineshops. Für Betriebe, die Anfragen statt Bestellungen sammeln, sagt sie wenig. Wer Ihnen eine Zahl nennt, sollte dazusagen, woher sie stammt.

Breitere Zuordnung bringt außerdem mehr Klicks auf Ihre Zielseite. Ob die dort überhaupt zu einer Anfrage werden können, ist eine eigene Frage: Sie zahlen für jeden Klick, auch für die, die bei Ihnen nichts auslösen.

Nicht verwechseln: die Dynamischen Suchanzeigen

Für Dynamische Suchanzeigen (DSA) gilt ein anderer Termin. Deren Umstellung war ursprünglich ebenfalls für September geplant, wurde am 11. Juni aber auf Februar 2027 verschoben. Diese Verschiebung gilt nur für DSA. Die beiden Auslöser oben bleiben beim 1. September.

In mehreren Meldungen der letzten Wochen wurden beide Termine vermischt.

⚠️ Ob Sie überhaupt Dynamische Suchanzeigen nutzen, sehen Sie an derselben Stelle wie oben: In „Weitere Einstellungen“ gibt es eine Zeile „Einstellung für dynamische Suchanzeigen“. Die ist bei jeder Suchkampagne sichtbar. Entscheidend ist, ob dort eine Domain hinterlegt ist. Ohne Domain laufen keine dynamischen Anzeigen, und der Februar-Termin geht Sie nichts an.

Was Google mit den umgestellten Kampagnen ab September genau macht, lässt sich vorher nicht sagen. Belastbare Zahlen dazu wird es erst geben, wenn die Umstellung ein paar Wochen läuft. Bis dahin bleibt nur, den eigenen Zustand zu kennen.

Es ist die zweite Automatik-Umstellung in diesem Sommer. Die erste greift schon am 17. August und betrifft die Gebote.

Quellen

⚠️ Zum Datum: Die öffentliche Google-Hilfe nennt „September 2026″ ohne Tag. Der 1. September steht in der E-Mail vom 5. August an Werbetreibende. Beides ist oben so zugeordnet.


Mike Allert, Google-Ads-Freelancer aus Berlin

Geschrieben von

Mike Allert

Google Ads Freelancer, Berlin · LinkedIn